„Wir brauchen im Biathlon wahnsinnig gute Körperstabilität“
Biathlon zählt zu den komplexesten Ausdauersportarten überhaupt. Explosive Belastungen, hohe koordinative Anforderungen, präzise Bewegungsabläufe und maximale Kontrolle unter Ermüdung treffen hier permanent aufeinander. Gerade im Nachwuchsbereich geht es deshalb nicht nur um Ausdauer oder Kraft, sondern vor allem um Bewegungsqualität, Stabilität und die Fähigkeit, Belastungen sauber kontrollieren zu können.
Genau deshalb wollten wir mit Andi Stitzl sprechen. Der langjährige Biathlontrainer arbeitet seit vielen Jahren im deutschen Leistungssport — unter anderem im Nachwuchsbereich des Bayerischen Skiverbands sowie später als Co-Trainer der deutschen Herren-Nationalmannschaft. Heute liegt sein Schwerpunkt wieder verstärkt auf der Entwicklung junger Athletinnen und Athleten.
In seiner täglichen Arbeit setzt Stitzl dabei gezielt auf FLEXVIT-Bänder — nicht nur für Warm-up und Stabilisation, sondern auch für koordinative Reize, Schnellkrafttraining und präventive Arbeit. Besonders spannend: Viele der Übungen orientieren sich direkt an den spezifischen Bewegungsmustern des Biathlons, etwa an Skating- oder Zugbewegungen.
Im Gespräch erklärt er, warum Körperkontrolle im Biathlon eine zentrale Rolle spielt, wie er Widerstandsbänder in sein Athletiktraining integriert und weshalb für ihn vor allem Kontinuität und Bewegungsqualität entscheidend sind.
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Interview mit Andi Stitzl
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FLEXVIT: Andi, erzähl doch zum Einstieg erstmal ein bisschen über deinen Werdegang. Seit wann bist du Trainer und was fasziniert dich an der Arbeit mit Athletinnen und Athleten?
Andi Stitzl:
Ich bin seit 2006 im Trainerbereich tätig. Angefangen habe ich im Nachwuchsbereich beim Bayerischen Skiverband im Biathlon am Stützpunkt Ruhpolding. Dort habe ich drei Jahre lang die Jugendgruppe betreut.
Ein wichtiger Schritt war dann die Zusammenarbeit mit Kati Wilhelm. Sie ist damals auf mich zugekommen, weil sie mein Konzept interessant fand. Ich durfte ihre letzten beiden Karrierejahre begleiten und wir waren in dieser Zeit auch noch einmal sehr erfolgreich. Das war für mich damals schon ein Sprungbrett.
Ab 2010 war ich dann vier Jahre lang für die Perspektivmannschaft der Herren verantwortlich. Von 2014 bis 2018 war ich Co-Trainer der deutschen Biathlon-Herren-Nationalmannschaft unter Mark Kirchner. Das waren intensive Jahre, aber auch eine sehr erfolgreiche Zeit.
Danach bin ich wieder stärker in den Nachwuchsbereich zurückgegangen. Mich fasziniert generell einfach die Vielfalt im Sport. Man kann unglaublich viel entwickeln und bewegen — sowohl im Nachwuchs- als auch im Spitzenbereich. Im Nachwuchsbereich kann man oft noch mehr Ideen einbringen und Grundlagen schaffen, während sich im Spitzenbereich vieles stärker kanalisiert.
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FLEXVIT: Was reizt dich mehr — Nachwuchsarbeit oder Spitzenbereich?
Andi Stitzl:
Das lässt sich gar nicht so klar festlegen. Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn man Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften begleitet und dort erfolgreich ist. Gleichzeitig ist der Druck im Spitzenbereich enorm — gerade im deutschen Biathlon, wo natürlich erwartet wird, dass man erfolgreich arbeitet.
Im Nachwuchsbereich kann man dagegen wahnsinnig viel bewegen. Man arbeitet enger an den Grundlagen und begleitet Athletinnen und Athleten teilweise über viele Jahre hinweg. Gerade weil Biathlon in Deutschland überschaubarer ist als beispielsweise Fußball, sieht man Talente früh und kann sie gezielt entwickeln.
In meinem Bereich geht es viel um Lauftechnik und Athletiktraining. Da kann man schon Einfluss nehmen und gemeinsam mit den Stützpunkten Grundlagen schaffen, damit die Athletinnen und Athleten später schneller den Anschluss an die Weltspitze schaffen.
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FLEXVIT: Du arbeitest dabei auch mit FLEXVIT-Bändern. In welchen Bereichen setzt du sie konkret ein?
Andi Stitzl:
Vor allem im Warm-up, im Stabilisationsbereich und im Schnellkrafttraining. Dazu kommt natürlich auch der präventive Aspekt.
Je nachdem, wo wir gerade sind, welche Altersstruktur wir betreuen oder welchen Schwerpunkt wir setzen, wird das unterschiedlich eingebaut. Aber das sind für mich die vier Hauptbereiche: Warm-up, Stabilität, Schnellkraft und Prävention.
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FLEXVIT: Nutzt ihr die Bänder eher allgemein oder auch direkt biathlonspezifisch?
Andi Stitzl:
Beides. Es gibt viele allgemeine Übungen — zum Beispiel fürs Warm-up oder als Vorbereitung auf Krafttraining. Ich arbeite hauptsächlich mit den Mini- und Resist-Bändern in verschiedenen Stärken.
Dann schaut man natürlich immer: Was braucht meine Sportart konkret? Beim Biathlon sind das zum Beispiel Schulterbereich, Core-Stabilität, Gesäßmuskulatur oder die Beinabdruckphase beim Skating.
Wenn wir intensive Doppelstockeinheiten oder harte spezifische Einheiten haben, bereiten wir die Athletinnen und Athleten vorher gezielt mit den Bändern darauf vor. Da geht es viel um Körperspannung, Gleichgewichtsfähigkeit und Stabilität. Wir brauchen im Biathlon einfach wahnsinnig gute Körperkontrolle.
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FLEXVIT: Kannst du ein paar Übungen beschreiben, mit denen ihr arbeitet?
Andi Stitzl:
Ich arbeite viel mit Zugbewegungen und stabilisierenden Übungen. Zum Beispiel fixieren wir ein langes Band seitlich und die Athletinnen und Athleten müssen gegen den Zug stabil bleiben, ohne in der Hüfte auszuweichen oder sich zu verdrehen.
Dann gibt es Übungen, die stärker an die Skating-Bewegung angelehnt sind. Dabei arbeitet man mit Sprüngen oder Abdruckbewegungen gegen den Widerstand des Bandes.
Wichtig ist für mich dabei immer die Kombination aus Stabilität, Gleichgewicht und Koordination. Deshalb bauen wir auch häufig instabile Unterlagen mit ein — also Pads, Halbbälle oder Mini-Trampoline. Dadurch müssen die Athletinnen und Athleten zusätzlich ausgleichen und noch stabiler arbeiten.
Das Ganze ist über die Jahre gewachsen. Man probiert Dinge aus, schaut, was funktioniert und was wirklich einen Mehrwert für die eigene Sportart bringt.
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FLEXVIT: Merkst du durch die Arbeit mit den Bändern konkrete Veränderungen?
Andi Stitzl:
Direkt messbar ist das natürlich schwer. Dafür müsste man wirklich Studien machen.
Aber man sieht schon, dass die Athletinnen und Athleten stabiler in den Übungen werden. Sie knicken weniger ein und bekommen mehr Qualität in die Ausführung.
Wichtig ist dabei vor allem die Kontinuität. Deshalb versuche ich auch immer, die Heimtrainer und Stützpunkte mitzunehmen, damit diese Übungen regelmäßig eingebaut werden. Wenn man das konsequent macht, sieht man über die Jahre definitiv Entwicklungen.
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FLEXVIT: Wie bist du ursprünglich auf FLEXVIT aufmerksam geworden?
Andi Stitzl:
Über den Bundesstützpunkt Ruhpolding beziehungsweise den Olympiastützpunkt München. Dort gab es damals erste Probebänder.
Außerdem hatte Andreas Birnbacher mal verschiedene FLEXVIT-Bänder dabei. Ich habe die ausprobiert und relativ schnell gemerkt, dass man damit viel machen kann.
Dann habe ich mir selbst ein Grundsortiment zusammengestellt und angefangen, Übungen weiterzuentwickeln und stärker in unser Training einzubauen. Am Anfang noch relativ einfach, später dann immer vielfältiger und spezifischer.
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FLEXVIT: Was ist für dich der größte Vorteil der Bänder?
Andi Stitzl:
Die Flexibilität ist ein riesiger Vorteil. Im Biathlon sind wir ständig unterwegs und haben nicht überall komplette Krafträume oder perfekte Bedingungen.
Die FLEXVIT-Bänder kann man überall einsetzen — draußen am Schießstand, im Gelände oder im Kraftraum. Das macht uns extrem flexibel.
Dazu kommt die Vielfalt. Ich kann Warm-up, Stabilisation, Schnellkraft oder koordinative Übungen damit kombinieren und sehr individuell arbeiten. Gerade auch in Kombination mit anderen Trainingsmitteln bringen die Bänder enorm viel Qualität ins Training.
Und was ich wirklich hervorheben muss: Die Qualität der Bänder ist aus meiner Sicht sehr gut. Sowohl die Mini- als auch die Resist-Bänder sind hochwertig verarbeitet.
Für uns ist außerdem wichtig, dass man die Bänder waschen kann. Wir sind viel draußen unterwegs — auf Forststraßen, Trails oder im Gelände — und da werden die natürlich schmutzig. Dass man sie hygienisch reinigen kann, ist im Alltag schon ein echter Vorteil.
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FLEXVIT: Wie nehmen die Athletinnen und Athleten das Training mit den Bändern an?
Andi Stitzl:
Sehr gut. Ich habe mittlerweile auch kleine Video-Kataloge mit Übungen erstellt, damit die Athletinnen und Athleten selbstständig damit arbeiten können.
Mir geht es dabei vor allem um Kontinuität. Lieber regelmäßig zehn oder fünfzehn Minuten sinnvoll arbeiten als selten riesige Zusatzprogramme machen.
Teilweise arbeiten inzwischen auch die Stützpunkte regelmäßig mit den Bändern. Das wächst bei uns schon deutlich.
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FLEXVIT: Spielt Verletzungsprävention dabei ebenfalls eine Rolle?
Andi Stitzl:
Ja, auf jeden Fall. Wenn man regelmäßig an Fuß-, Knie- oder Hüftstabilität arbeitet, hat das automatisch auch einen präventiven Effekt.
Gerade im Fußballbereich, wo ich teilweise ebenfalls arbeite, habe ich von Vereinsseite schon öfter zurückgemeldet bekommen, dass es vergleichsweise wenig kleinere Ausfälle oder muskuläre Probleme gab.
Natürlich lässt sich das nicht komplett exakt messen, aber die Rückmeldungen sind definitiv positiv.
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FLEXVIT: Vielen Dank für das Gespräch und die spannenden Einblicke.
Andi Stitzl:
Sehr gerne. Hat mich gefreut.
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Kurzporträt: Andi Stitzl
Andreas „Andi“ Stitzl zählt seit vielen Jahren zu den prägenden Trainern im deutschen Biathlon. Nach seiner Tätigkeit im Nachwuchsbereich des Bayerischen Skiverbands betreute er unter anderem Kati Wilhelm in den letzten Jahren ihrer aktiven Karriere und arbeitete später als Trainer der Perspektivmannschaft sowie als Co-Trainer der deutschen Herren-Nationalmannschaft unter Mark Kirchner.
Heute liegt sein Schwerpunkt erneut auf der Nachwuchsentwicklung. Dabei arbeitet er vor allem in den Bereichen Lauftechnik, Athletik und koordinative Ausbildung. In seiner Trainingsphilosophie spielen Stabilität, Bewegungsqualität und präventive Arbeit eine zentrale Rolle — unter anderem mit dem gezielten Einsatz von FLEXVIT-Bändern.












